Die Vereinsgeschichte von Post Skorpion

 

Es war ein schöner Sommernachmittag, damals im Jahre 1966, als einige Kollegen des Postamtes 1040 im Zustellersaal beisammensaßen und den Entschluss fassten, einen Kegelsportverein zu gründen. 14 Kollegen haben dann das Gründungsprotokoll unterzeichnet. Ein Gründungsmitglied hat bis jetzt dem Verein die Treue gehalten, unser Kassier M. Langer. Damit war der erste Schritt getan, doch noch hatte der Klub keine Kegelbahn, keinen Namen, und es musste auch einen Vereinsvorstand gewählt werden. Der Name für den Klub war bald gefunden: KSK SKORPION.

Am 14. Juli 1966 konnte ein Übereinkommen zwischen dem KSK Lagerhaus und KSK SKORPION zur Vermietung der Sportkegelanlage des ASKÖ auf dem Rennweg in Wien 3 getroffen werden. Der erste Vereinsvorstand wurde am 27. Oktober 1966 gewählt und bei der Vereinspolizei Wien angemeldet. Die wichtigsten Funktionen waren somit verteilt und das Klubleben konnte beginnen. Zunächst konnte der Klub aus ungeklärten Gründen nicht mehr am Meisterschaftsbetrieb 1966/67 im Landesverband Wien des ÖSKB teilnehmen, also wurde trainiert und das war auch dringend notwendig, denn alle Mitglieder waren Anfänger im Kegelsport. Zum Training traf man sich jeden Donnerstag, für Sportschuhe und Kleidung hatte der Spieler selbst zu sorgen. Die Trainingsbedingungen waren keinesfalls ideal, hatten wir doch drei nicht unbedingt einwandfreie Bahnen, denn sie „hingen“, “zogen“ und hatten „Rinnen“, wie es in der Kegelsprache heißt. Der größte Nachteil war aber eine fast nie funktionierende automatische Kegelaufsetzung, deren Launen wir ziemlich machtlos ausgeliefert waren. Sie musste trotzdem bezahlt werden und wir mussten die Kegel selber aufstellen. In den Wintermonaten hatte es oft eine Bärenkälte auf der Bahn und nur die Zuschauer konnten sich am kleinen Ölofen , der in der Ecke des Vorraumes stand, aufwärmen, denn die Bahnen waren vom Vorraum durch eine Glaswand getrennt. Der Umkleideraum sowie die sanitären Einrichtungen waren in einem äußerst primitiven Zustand und entsprachen kaum den gestellten Anforderungen. Verständlich daher der allgemeine Wunsch sobald wie möglich eine neue Sportanlage zu bekommen, noch dazu, weil wir im Laufe der ersten Meisterschaft im Jahre 1967 Gelegenheit hatten, bessere Bahnen bei den Gegnern kennen zu lernen. Aber noch war es nicht so weit.

Schon Ende des Jahres 1967 hatten wir vom Bau einer neuen Kegelbahn im Postamt 1103 erfahren. Unsere Bewerbung war erfolgreich und nach Fertigstellung der Bauarbeiten konnten wir im März 1968 die neue Kegelbahn des Postsportvereines für zwei Tage in der Woche mieten. Die Übersiedlung brachte verschiedene Probleme mit sich: Umstellung der Spieler auf die neue vollautomatische Anlage mit vier Bahnen noch während des Meisterschaftsbetriebes und eine große finanzielle Belastung für jeden einzelnen, musste doch unser Kassier auf Grund der hohen Miete pro Spieler S 120.- Monatsbeitrag einheben. Vor immerhin 37 Jahren ein ganz schön großer Betrag, der eineinhalb Jahre später auf S 100.- reduziert werden konnte, der sich trotzdem bis zum Mai 1972 hielt. Nun aber genug von den Geldsorgen, die der Klub von jeher hatte und nur durch den Einsatz aller Mitglieder gemeistert werden konnte. Immerhin hatte der Klub eine neue, den Anforderungen voll entsprechende Anlage und eine Leistungssteigerung stellte sich langsam in den nächsten Jahren ein. Heute würden die erzielten Ergebnisse nur ein mildes Lächeln hervorrufen, doch damals freute sich jeder Spieler über eine Steigerung seiner Leistung. Im Jahre 1987 wurde der Bau einer der modernsten Kegelsportanlagen von Wien in Simmering fertig gestellt. Wir übersiedelten mit großer Freude in diese Sportanlage, wo wir bis heute unseren Sportbetrieb abhalten. Einige Zeit später wurde erstmals auf Grund Spielermangels eine Fusion mit dem KSK Magyar vollzogen.

Soweit die Vorgeschichte.

Man kann es eigentlich gar nicht recht glauben, dass fast vier Jahrzehnte seit der Gründung vergangen sind, da ein längerer Bestand zu Beginn eher unwahrscheinlich schien. Doch dank der Zähigkeit und Einsatzfreude einiger Mitglieder, konnten auch schwere Zeiten überwunden werden. Diesen Mitgliedern, die bis heute dem Klub die Treue gehalten haben, und allen langjährigen Freunden gilt der besondere Dank der Klubleitung. Wenn uns auch manchmal mangelnder Ehrgeiz nachgesagt wird, so mag es teilweise seine Richtigkeit haben, doch darf ein Auf- oder Abstieg nie auf Kosten des guten Vereinsklimas gehen. Als echter Amateurklub haben wir immer nur die Freude am Spiel gesucht und leider nicht immer einen Sieg gefunden. So bleibt der Wunsch für viele weitere Klubjahre, die mit vereinten Kräften seiner Mitglieder bestimmt zu schaffen sind. Bleibt nur mehr ein Dank an den Vorstand und die Funktionäre - besonders an unseren Obmann Herrn Peter KUPFER - des KSK Skorpion auszusprechen - die Sportkollegen...