Die Geschichte des Kegelns (Auszug aus Wikipedia bzw. von mir geändert/erweitert)

Antike

Das Kegelspiel ist eine der ältesten Sportarten. Vorläufer gab es bereits im antiken  Ägypten. Bei archäologischen Ausgrabungen fand man Teile eines Kinderkegelspiels aus dem Jahre 3500 vor unserer Zeitrechnung und Wandreliefs in Grabstätten, die Spielszenen darstellen. Als Urform des heutigen Kegelns werden die Zielwurfspiele germanischer Stämme in Mitteleuropa vermutet, bei denen mit Steinen auf Knochen geworfen wurde. Aufgrund der bisher nicht nachgewiesenen Kontinuität können diese aber noch nicht als unmittelbare Vorläufer angesehen werden.

Mittelalter

Hingegen legen etymologische Untersuchungen der Begriffe „Kegeln“ beziehungsweise „Chegil“ nahe, dass Vorformen des heutigen Kegelns schließlich im frühen Mittelalter entstanden. Seit dem 12. Jahrhundert sind volkstümliche Kegelspiele durchgehend belegt. Erstmals wird 1157 in der Chronik von Rothenburg ob der Tauber Kegeln als verbreitetes Volksvergnügen geschildert. Eine Handschrift von 1265 belegt, dass in Xanten am Niederrhein eine Kegler-Gilde bestand, deren Aufnahmegebühr in Naturalien entrichtet werden musste. Zu dieser Zeit stand indessen nicht der sportliche Aspekt im Vordergrund, sondern das Abschließen von Wetten. In der Folge sind gesetzliche Regelungen dokumentiert, die das Glücksspiel einzudämmen versuchten und auf diese Weise das Kegeln in einen Zusammenhang mit Karten- und Würfelspielen brachten. Immer wieder wurde das Kegelspiel ganz verboten, so in England unter Richard II. und nach einer Überlieferung 1370 in Deutschland und Frankreich. Auch während der Reformation versuchten protestantische Obrigkeiten, herrschende Kegel(un)sitten zu beseitigen. Basel untersagte 1529 das vormittägliche Kegeln an Sonn- und Feiertagen.

Dies alles konnte die zunehmende Beliebtheit des Kegelspiels nicht nachhaltig einschränken. Für das 15. Jahrhundert belegen zahlreiche Quellen, dass ein „Kegelreyß“ oder „Kegelplatz“ wie eine Tanzlaube in fast jeder Gemeinde zu den Orten gehörte, wo die Menschen ihre Vergnügungen feierten. Vom Kegel-„Platz“ abgeleitet ist das „Platzen“ als geläufige Bezeichnung für das Kegeln. Obwohl es wie die meisten Spiele als Gotteslästerung galt, wurde Kegeln auch in Klöstern praktiziert und hier oft „Heidentöten“ genannt: die aufgestellten kurzen Holzsäulen wurden von den Mönchen als heidnische Götter und Dämonen behandelt, die sie mit Steinen oder Holzkugeln umwarfen. Bald wurde das Kegelspiel Bestandteil der großen Volksfeste. 1509 berichtet ein Mathias Hirt vom Augsburger Schützenfest, dass Adel, Klerus, Handwerker und Bauern gemeinsam dem Kegelspiel nachgingen. 1516 schätzte ein Chronist beim „Eßlinger Schießen“ die Teilnehmerzahl des Kegelns auf 1500.

Neuzeit

Bis ins 18. Jahrhundert wurde ausnahmslos im Freien gespielt. Kegeln fehlte auf keinem Jahrmarkt und auf keiner größeren Hochzeit. Noch immer ging es oftmals um Gut und Geld. Auch die höfische Welt des Rokoko vergnügte sich beim Kegeln. 1786 beschrieb der Berliner Mediziner und Gelehrte Johann Georg Krünitz in seinem Lexikon erstmals „13 Regeln für das Kegelspiel“, die teilweise heute noch gelten, etwa dass nicht übertreten werden darf und die Kugel vor einer bestimmten Markierung aufgesetzt werden muss. Friedrich Schiller und Johann Wolfgang von Goethe waren begeisterte Anhänger des Kegelns.

Deutsche Auswanderer trugen das Kegeln in die Herzegowina, ins Banat und nach Siebenbürgen, aber auch in ferne Länder wie Brasilien und Australien. Engländer und Niederländer verbreiteten das Kegelspiel in den Vereinigten Staaten, wo es sich sehr schnell weit verbreitete.

Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts diente die Gründung fester Kegelgemeinschaften zunächst der Unterstützung Bedürftiger. Doch rasch trat der sportliche Gedanke mehr und mehr in den Vordergrund. Das Sportkegeln wurde geboren und verbreitete sich rasant. .  In vielen europäischen Staaten und in Nordamerika wurden nationale Kegelverbände gegründet...

ab 20. Jahrhundert

Beim Kegeln in Gaststätten und bei Turnieren war es früher üblich, dass ein 'Kegelbub' bzw. 'Kegeljunge' (oft der Sohn eines Klubmitgliedes) die Kegel gegen Bezahlung entsprechend den jeweiligen Regeln (z.B. Abräumen) wieder aufstellte und die Kugel zurückrollte. Seit den 1950er-Jahren wurden die Kegelbuben durch elektrische Kegelbahnen verdrängt. Diese zeigen auf einem Display die umgefallenen Kegel an, stellen die Kegel selbsttätig auf und befördern die Kugeln elektrisch zurück. Während anfangs noch die einzelnen Hubvorrichtungen von Hand (über Drucktaster) bedient wurden, übernehmen computergesteuerte Anlagen inzwischen komplette Spielabläufe: Aufstellen der Kegel, Zählen von Punkten, Foulanzeige per Lichtschranke, Ausdruck der Würfe, usw. Bei elektrischen Bahnen werden die Kegel an Seilen hochgezogen und - nach dem "Auspendeln" - wieder abgestellt. Früher wurde auf Asphaltbahnen gespielt, die mittlerweile von Kunstoffbahnen abgelöst wurden. Stark im Kommen sind die Plattenbahnen, die eigentlich bei jedem Neu/Umbau einer Sportkegelbahn von den Betreibern gewählt werden.